Samstag, 4. September 2010
 
  Home arrow News arrow Newsletter arrow Antwort auf Anfrage an OB bzgl. Papst-Aktion der Stadtsparkasse    
Home
Über uns
News
Spenden
Mitglied werden
Downloads
Newsletter
Blog
V.blog
Termine
Galerie
Links
Shop
Kontakt
Impressum
Antwort auf Anfrage an OB bzgl. Papst-Aktion der Stadtsparkasse Drucken E-Mail
Donnerstag, 10. August 2006
Klarstellung zu heutigen Anfrage von Lydia Dietrich und mir
"Weltanschaulich-religiöse Neutralität bei der Stadtsparkasse?" und die
Antwort des Oberbürgermeisters:

[Download der "Rathaus-Umschau" mit Antwort des OB]

Die ungewöhnlich schnelle Antwort des Oberbürgermeisters am Tag der Anfrage verfälscht unsere heutige Anfrage in Frage 1, antwortet unsachlich und unterstellt mir Intentionen, die ich gar nicht zum Ausdruck bringe. Diese Antwort halte ich für eine emotionalisierte Überreaktion, die nicht sachlich Stellung nimmt. Die Bewertung einer "mehrfachen Entgleisung" weisse ich entschieden zurück.

In der Anfrage stellen wir Aktionen innerhalb der Foto-Ausstellung "Mit den Augen des Heiligen Vaters" dar, nämlich die Auslage eines Buches für Wünsche an den Papst, das die Stadtsparkasse diesem überreichen will, und nach dem Verkauf vom Papst gesegneter Kreuzanhänger. Dazu fragen wir in Frage 1: "Entspricht dies den Tatsachen? Finden andere oder noch weitere Aktionen der Stadtsparkasse zum Papst-Besuch statt?"

Der Oberbürgermeister macht daraus die Frage "Entspricht es den Tatsachen, dass anlässlich des Papst-Besuches in der Zentrale der Stadtsparkasse eine Ausstellung vom 21.8. bis 14.9.2006 stattfindet?" Die Ausstellung hatte ich gar nicht in Frage gestellt.

Der Oberbürgermeister unterstellt mir dann den Versuch, "die Katholische Kirche..aus der Stadtgesellschaft auszugrenzen und das Oberhaupt der Weltkirche zur unerwünschten Person zu erklären". "Der Versuch, die Katholische Kirche auszugrenzen, ist unvereinbar mit der Toleranz, die Sie sonst einfordern."

Dies erfordert eine Klarstellung:

Selbstverständlich unterstütze ich als Kulturpolitiker die Pluralität von Ausstellungen, deren Positionen ich nicht zu 100% teile, und würde mich auch gegen jede Ausgrenzung von Menschen mit unliebsamen Positionen wenden. Aber: die Anfrage bezieht sich gar nicht auf die Kunst-Ausstellung.

Selbstverständlich habe ich als Katholik und Stadtrat dem Papst beim Philharmoniker-Konzert im Vatikan meine Ehrerbietung übermittelt und werde ihm diese auch bei der Eintragung ins Goldene Buch der Stadt an der Mariensäule zeigen.

Aber: der Respekt gegenüber dem Papst als Person steht für mich nicht im Widerspuch zum Protest gegen Positionen; deshalb werde ich auch gegen seine homophoben diskriminierenden Äusserungen protestieren.

Selbstverständlich halte ich Religionsgemeinschaften für einen wesentlichen Teil der Stadtgesellschaft und unterstütze den Dialog zwischen den Konfessionen und Religionen. Trotzdem: gerade wegen der religiösen Pluralität müssen Stadt und städtische Gesellschaften ihrer Pflicht zu weltanschaulich-religiöser Neutralität und dem Gebot einer Nicht-Identifikation in religiös-weltanschaulichen Fragen nachkommen.

Ich bleibe dabei: das Auslegen und Überreichen eines Wunsch-Buches an den Papst und der Verkauf gesegneter Kreuzanhänger verlässt den Rahmen einer Kunstausstellung und entspricht nicht dieser Neutralitätspflicht. Sieht man dies mit den Augen der Kundinnen und Kunden der Stadtsparkasse, die anderen Religionsgemeinschaften angehören oder konfessionslos sind, dann versteht man, dass diese sich zu Recht vor den Kopf gestossen fühlen.

Thomas Niederbühl
0171-8348853
 
< zurück   weiter >
Neueste Nachrichten
Login Mitglieder
Nur für Mitglieder der rosa liste!





Passwort vergessen?

© 2010 Rosa Liste München